Die Verbindung zu den Campbells entstand durch Colin Campbell, den ersten Earl of Argyll, und seine Ehe mit Isabel Stewart, Johns Tochter. Spätestens 1466 hatte die Familie die Anlage erworben. Von einem einfachen Kauf im Jahr 1465 zu sprechen, übergeht den Erbzusammenhang und erweckt unberechtigte Genauigkeit. 1489 genehmigte Jakob IV. den Namen Castle Campbell: Damit wurde die Identität der Familie ausdrücklich Teil ihrer Residenz.
Der Turm blieb der Kern eines wesentlich größeren Hauses. Ein um 1500 ergänzter Saalbau bot großzügigere Wohnräume und Platz für förmliche Gastlichkeit. Spätere Hofgebäude verschoben das Verhältnis zwischen Verteidigung und Repräsentation weiter. Beim Vergleich des kompakten Turms mit dem offenen Hof wird sichtbar, wie aus einem geschützten Wohnsitz ein Schauplatz der gesellschaftlichen Pflichten einer mächtigen Familie wurde.
Castle Campbell brachte die Earls of Argyll außerdem in Reichweite des Königshofs in Stirling. Maria Stuart, Königin von Schottland, besuchte die Burg 1563 anlässlich einer Familienhochzeit: ein belegtes Ereignis aus ihrer Geschichte als Ort festlicher Anlässe. John Knox hatte sich 1556 hier aufgehalten. Dass der traditionell als seine Kanzel bezeichnete Felsen tatsächlich der Ort einer bestimmten Predigt war, ist dagegen nicht unabhängig belegt. Diese Verbindung sollte als Überlieferung kenntlich bleiben.
Zu den Veränderungen des späten 16. Jahrhunderts gehörte eine Arkadengalerie oder Loggia zum Hof. Ein Inventar von 1595 belegt, dass diese Anordnung damals bereits bestand. Solche Nachweise sind zuverlässiger als der Versuch, jedes Schmuckdetail einem berühmten königlichen Besuch zuzuordnen. Gärten und Empfangsräume gehörten zu einer Residenz, die beeindrucken und ihren Haushalt beherbergen sollte.
Die Bürgerkriegsgeschichte verlangt eine klare Unterscheidung. Montroses Anhänger verwüsteten 1645 Campbell-Ländereien, doch laut der ausführlichen HES-Bewertung konnten sie die Burg nicht einnehmen. 1653 bezog eine englische Garnison die Anlage; 1654 brannten Royalisten sie nieder. Ältere Zusammenfassungen verwechseln diese Ereignisse bisweilen oder schreiben die Zerstörung Cromwells Soldaten zu. Archäologisch gefundenes verkohltes Material belegt einen großen Brand, kann aber allein nicht sämtliche Beteiligten identifizieren.
Die Familie stellte die Burg nicht als ihren wichtigsten Wohnsitz in den Lowlands wieder her. Argyll’s Lodging in Stirling bot eine andere Zukunft, während Castle Campbell zunehmend als eindrucksvolle Ruine geschätzt wurde. Landschaftsgestaltungen des 19. Jahrhunderts beeinflussten ebenfalls die Annäherung und das Erleben des Tals. Die heutige malerische Umgebung verbindet daher natürliches Gelände mit späteren Entscheidungen über Wege, Aussichten und die Darstellung der Vergangenheit.
1948 ging die Anlage an den National Trust for Scotland und 1950 in staatliche Obhut über. Zu den Erhaltungsmaßnahmen gehört das 1956 eingebaute Turmdach, das nicht mit unveränderter mittelalterlicher Substanz verwechselt werden darf. Die Burg ist als Scheduled Monument SM13611 geschützt. Beginne im Tal und vergleiche anschließend Turm, Saal und Hofdetails, soweit der Zugang dies erlaubt. Besonders eindrücklich ist eine Residenz, deren Architektur den Anspruch einer Familie in eine außergewöhnliche Landschaft übertrug.