Die Krone erwarb die Burg in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Ihr späteres wehrhaftes Erscheinungsbild geht wesentlich auf ein unter James V. in den 1530er-Jahren begonnenes und bis in die frühen 1540er-Jahre fortgesetztes Bauprogramm zurück. James Hamilton of Finnart leitete bedeutende Arbeiten, doch weder seine Mitwirkung noch die Herrschaft des Königs umfassten das gesamte Programm. Die Anlage sollte deshalb nicht als Ergebnis einer einzigen ununterbrochenen mittelalterlichen Baukampagne beschrieben werden.
Verstärkte Ringmauern und große Geschützöffnungen zeigen, wie sich Blackness an die Artillerie anpasste. Eine niedrige Geschützgalerie, eine sogenannte Kaponniere, sicherte den Zugang, bevor die Eingangsverteidigung später verändert wurde. Solche Details machen die Burg zu mehr als einer malerischen Silhouette: Sie zeigen gezielte Versuche, die Bewegungen eines Angreifers zu kontrollieren. Mittelturm und landseitiger Flügel beherbergten zugleich Menschen, sodass Wehrhaftigkeit mit der praktischen Organisation des Ortes verbunden blieb.
Das Gefängnis bezog Blackness in landesweite religiöse und politische Konflikte ein. Kardinal David Beaton war hier 1543 inhaftiert. Zu späteren Gefangenen zählten Gegner der Religionsordnung nach der Restauration; der Mittelturm wurde in den 1660er-Jahren für die Haft umgebaut. Die Bedingungen unterschieden sich je nach Rang und Umständen. Es wäre irreführend, sich alle Gefangenen im selben Verlies oder unter identischen Bedingungen vorzustellen.
Während des Bürgerkriegs in Marys Regierungszeit unterstützte die Garnison Mary, Queen of Scots. Diese Loyalität beweist nicht, dass sie selbst hier gefangen gehalten wurde. Eine spätere Belagerung endete 1651 mit der Übergabe an Cromwells Truppen. Manche HES-Besucherinformationen nennen 1650, doch das ausführliche Statement of Significance von HES und das historische Ortsverzeichnis der Cromwell Association stützen 1651. Dieser Widerspruch sollte benannt und nicht stillschweigend als Gewissheit übernommen werden.
Blackness blieb auch nach der Union von 1707 ein Militärstandort. 1870 wurde es Schottlands zentrales Munitionsdepot. Damit kamen neue Gebäude und ein Pier sowie Veränderungen innerhalb des alten Mauerrings. Das War Office übergab die Anlage 1912 an das Office of Works, kehrte im Ersten Weltkrieg zurück und verließ sie endgültig 1919. Die militärische Nutzung dauerte somit lange über den Wandel ihrer mittelalterlichen Verteidigungsrolle hinaus an.
Die Restaurierung der 1920er-Jahre entfernte viele jüngere Armeeeinbauten, darunter ein Dach über einem Teil des Hofes, und rekonstruierte die oberen Turmpartien. Das heutige Erscheinungsbild ist folglich kein unverändert erhaltener Zustand des 16. Jahrhunderts. Bei den Freilegungen wurden auch zahlreiche archäologische Befunde gestört; örtlich können dennoch Ablagerungen erhalten sein. Die Burg ist als Scheduled Monument SM90036 geschützt. Ihre frühere separate Einstufung als Category A wurde aufgehoben.
Gehe zunächst um die zugänglichen Außenbereiche und orientiere dich an Wasser, Türmen und Eingang, bevor du das Innere erkundest. Vergleiche anschließend die massiven Artilleriebauten mit Räumen für Wohnen, Haft und Lagerung. Prüfe die offizielle Besucherinformation zum aktuellen Zugang. Blackness belohnt einen bedachten Besuch, denn auf kleiner Fläche begegnen sich verschiedene Geschichten: königliche Autorität, Gefangenschaft, militärischer Nachschub und die spätere Entscheidung, der Öffentlichkeit eine restaurierte Festung zu zeigen.