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01 / DIE GESCHICHTE
Dumbarton Castle: Geschichte und Highlights
Dumbarton Castle liegt auf einer der eindrucksvollsten natürlichen Festungen Schottlands. Mauern, Geschützstellungen und Treppen ziehen sich über die beiden Gipfel des Dumbarton Rock, dort, wo der River Leven in den Clyde mündet. Von unten erscheinen die Basaltfelsen fast unbezwingbar. Von oben erkennt man die Wasserwege, über die Könige, Angreifer, Händler und Soldaten nach Westschottland gelangten. Die Geschichte des Ortes reicht weit über das Alter der heute sichtbaren Gebäude hinaus.
Eine Festung aus der Zeit vor dem heutigen Schottland
Die brittonischen Bewohner des frühen Mittelalters nannten den Felsen Alt Clut, meist als „Fels am Clyde“ übersetzt. Er war ein wichtiges Zentrum des brittonischen Königreichs von Strathclyde. Aus dem späteren gälischen Namen Dùn Breatann, „Festung der Briten“, entwickelte sich die Bezeichnung Dumbarton. Die Lage eignete sich hervorragend zur Kontrolle des Clyde-Ästuars, der Täler im Hinterland und der Verbindungen zur Irischen See. Archäologische Funde belegen die Bedeutung des Ortes im frühen Mittelalter. Wie die ältesten Befestigungen im Einzelnen aussahen, lässt sich jedoch nicht sicher rekonstruieren. Das meiste heute sichtbare Mauerwerk stammt aus deutlich späteren Epochen.
Im Jahr 870 ereignete sich eine der schwersten Katastrophen der frühen Geschichte. Truppen der in Dublin ansässigen Wikingerherrscher Amlaíb (Olaf) und Ímar (Ivar) belagerten Alt Clut ungefähr vier Monate lang. Danach fiel die Festung. Die Überlieferung berichtet von Gefangenen und Beute, die auf Schiffen fortgebracht wurden. Der Angriff gilt als Wendepunkt für das Machtzentrum am Clyde. Das Königreich Strathclyde verschwand aber nicht einfach über Nacht: Die politische Entwicklung der Region nach der Belagerung war komplizierter.
Eine königliche Burg des Mittelalters
Im 13. Jahrhundert befestigte die schottische Krone den Felsen als Grenzfestung. Alexander II. ließ hier um 1220 eine mittelalterliche Burg errichten. Damals stellte die norwegische Macht über die westlichen Inseln und die Inseln des Clyde eine strategische Herausforderung dar. Nach dem Vertrag von Perth 1266 veränderte sich die Situation, doch Dumbarton blieb ein wertvoller Zufluchtsort und ein Tor zum Meer. In den Unabhängigkeitskriegen nahmen englische Truppen die Burg 1296 ein. Nach dem schottischen Sieg an der Stirling Bridge 1297 gelangte sie wieder unter schottische Kontrolle.
David II. fand 1333–1334 in Dumbarton Schutz, bevor er außer Landes gebracht wurde. Mehr als zwei Jahrhunderte später verbrachte die junge Maria Stuart hier mehrere Monate, ehe sie 1548 nach Frankreich segelte. Das Bild der fünfjährigen Königin zwischen den gewaltigen Felswänden macht deutlich, dass Burgen nicht nur Machtzentren, sondern auch Orte großer Unsicherheit waren. Der Aufenthalt gehörte zu den wichtigsten frühen Stationen ihres Lebens.
Manchmal widersetzte sich die Festung sogar dem König. 1489 kämpfte Jakob IV. gegen den rebellischen Earl of Lennox und ließ schweres Geschütz aus Edinburgh heranschaffen, darunter die berühmte Mons Meg. Während der Bürgerkriegswirren nach Marias Absetzung gelang ein außergewöhnlicher Angriff: In der Nacht zum 1. April 1571 erklommen Männer unter Thomas Crawford of Jordanhill die schwierige Nordostseite des Felsens. Sie nahmen die Burg den Anhängern der Königin ab. Gerade die Steilheit, die Dumbarton jahrhundertelang geschützt hatte, macht diese Aktion so bemerkenswert.
Castle