01 / DIE GESCHICHTE
Eine Burg, für die du dir Zeit nehmen solltest.
Huntly Castle ist die Erfolgsgeschichte einer Familie, in Stein geschrieben. Unter dem mit Steinmetzarbeiten geschmückten Renaissancepalast liegen Spuren einer älteren Motte, eines mittelalterlichen Turms und jahrhundertelanger Ambitionen der Gordons.
Diese Ruine besitzt mehr Persönlichkeit, als eine einfache Chronologie vermuten lässt. Suche an der Fassade nach Namen, Daten und Heraldik: Die Besitzer wollten jedem Ankommenden unmissverständlich zeigen, wer hier lebte.
Warum lohnt sich Huntly?
Die Palastfassade gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen bildhauerisch gestalteter Architektur an schottischen Burgen. Selbst ohne Dach wirkt sie noch wie ein repräsentativer Eingang und nicht wie eine bloße Wehrhülle.
Nimm dir Zeit, auch hinter die Fassade zu schauen. Die niedrigen Reste älterer Gebäude zeigen, dass die Anlage mit den wechselnden Geschicken der Familie immer wieder umgebaut wurde.
Eine Burg unter der Burg
Um 1200 errichteten die Herren von Strathbogie hier eine Burg mit Turmhügel und Vorburg. Nachdem sich David of Strathbogie gegen Robert the Bruce gestellt hatte, ging das Anwesen an Sir Adam Gordon über.
Die Gordons bauten später einen stattlichen Wohnturm. Große Teile sind heute nur noch als Fundamente erhalten. Die scheinbaren Lücken gehören daher zur Geschichte und sind nicht einfach leere Flächen.
Wie aus Strathbogie Huntly wurde
Der Ort war lange als Strathbogie bekannt. Eine königliche Urkunde erlaubte 1506 den Namen Huntly und spiegelte damit den Aufstieg der Gordons als Earls of Huntly wider.
Der alte Name verschwand nicht über Nacht. Ortsnamen können sich ebenso langsam verändern wie Burgen, selbst wenn eine mächtige Familie eine neue Identität verkünden möchte.