Ein Wohnturm für eine Familie. Eine Gartenwelt jenseits der Mauern.
BESUCH PLANEN
Praktische Angaben für einen entspannten Besuch.
Aktuellen Zugang vor der Anreise prüfen
Crathes, Banchory, AB31 5QJ
BESUCHSDAUER: 2–3 Stunden
EINTRITT£18.00
Preise auf der offiziellen Planungsseite des National Trust for Scotland geprüft; der Zugang zu Schloss und Gärten kann unterschiedlich geregelt sein.
ÖFFNUNG & ZUGANGÖffnung und Eintritt
Für Gärten und Schloss können unterschiedliche Zugangsregelungen gelten. Nutze deshalb die offizielle Seite zur Besuchsplanung.
ANREISE & PARKENAnreise
Nutze die oben angegebene Adresse und den Kartenlink für Crathes Castle. Plane Zeit für die letzte ländliche Wegstrecke ein und prüfe vor der Abfahrt die Parkhinweise.
ZUGÄNGLICHKEITZugänglichkeit
Historische Treppen gehören zum Rundgang im Schloss. Gärten und Wege auf dem Anwesen bieten ein anderes Erlebnis; ihre Bedingungen ändern sich jedoch mit Wetter und Jahreszeit.
VERWALTET VONNational Trust for Scotland
VOR ORT
Fotografie
Landgut bei Banchory
Eintrittskarte erforderlich
01 / DIE GESCHICHTE
Eine Burg, für die man sich Zeit nehmen sollte.
Crathes Castle ist ein typisches Turmhaus der Deeside mit ungewöhnlich reichen Details. Bemalte Decken, Familienwappen und eine aufwendige Dachlandschaft laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen. Die Burnetts schufen einen Wohnsitz, der neben Sicherheit auch Abstammung und Geschmack zum Ausdruck brachte. In den erhaltenen Räumen und den umliegenden Gärten lassen sich diese Ansprüche über mehrere Jahrhunderte verfolgen.
Die Verbindung der Familie mit Leys geht auf eine Landschenkung durch Robert the Bruce im Jahr 1323 zurück. Das heutige Schloss entstand wesentlich später. Das in Crathes ausgestellte Horn of Leys wird traditionell mit dieser königlichen Schenkung und der Tätigkeit der Familie als Forstverwalter verbunden. Das Objekt und seine Überlieferung sind wichtige Bestandteile der Identität der Burnetts. Eine persönliche Übergabe durch Bruce gehört jedoch zur Geschichte, die sich um das Horn rankt, und ist keine bezeugte Szene, die wir rekonstruieren könnten.
Der Bau entwickelte sich über mehrere Generationen. Alexander Burnett, der neunte Laird, und Janet Hamilton hatten den Turm bis 1553 bis zur Höhe des großen Saals errichten lassen. Ein späterer Alexander, der zwölfte Laird, und Katharine Gordon vollendeten das Hauptgebäude und zogen 1596 ein. Der National Trust for Scotland identifiziert beide Paare anhand ihrer Wappentafeln. Ein weiterer Datierungsstein trägt die Jahreszahl 1603. Die Fertigstellung ist daher eher als Abfolge zu verstehen denn als ein einzelner Zeitpunkt, an dem jedes Detail abgeschlossen war.
Die Wappen machen diese Familiengeschichte von außen sichtbar. Über dem Fenster des großen Saals stehen die Wappen der beiden Paare neben dem königlichen Wappen. Der Blick nach oben verwandelt eine ansprechende Fassade in eine Aussage über Heirat, Erbschaft und Autorität. Verwitterung hat manche Schnitzereien abgeschwächt; bei Konservierungsarbeiten 2021 wurden Hinweise auf frühere Farbigkeit entdeckt. Ursprünglich verkündete der Steinschmuck die Besitzverhältnisse farbenfroher, als sein heutiges Erscheinungsbild vermuten lässt.
Die unteren Mauern bewahren die für ein Turmhaus erwartete Massivität, während sich die Dachlandschaft in Türmchen, Giebel und plastischen Schmuck auflöst. Wehrhafte Formen boten nun auch Möglichkeiten zur Repräsentation. Der L-förmige Grundriss schuf zusätzlichen Wohnraum; im Inneren stehen ein großer Saal, kleinere Zimmer und Verbindungen zwischen den Geschossen nebeneinander. Sicherheit und Komfort schlossen einander nicht aus: Das eiserne Eingangsgitter und die gewölbten Vorratsräume gehörten zu einem Haus, dessen Eigentümer zugleich Wärme, Privatsphäre und Ansehen wünschten.
02 / BILDREPORTAGE
Ein genauer Blick auf den Stein.
Alle Fotos auf dieser Seite entstanden bei persönlichen Besuchen von CastleScotland.
01 / DIE GESCHICHTE GEHT WEITER
Weitere Geschichten dieser Burg.
Im Inneren zählen die bemalten Decken zu den lohnendsten erhaltenen Ausstattungen. Ihre Figuren und Muster greifen die Renaissancekultur auf, darunter die Musen und berühmte historische oder sagenhafte Helden. Dieser Schmuck hatte auch einen geistigen Anspruch: Er bot Gästen Bilder zum Erkennen und Diskutieren. Die erhaltenen Bemalungen stammen aus der Zeit um die Wende zum 17. Jahrhundert und nicht aus einer einheitlichen späteren Neuausstattung. Nimm dir Zeit für den Blick nach oben, bevor du dich Porträts und Haushaltsgegenständen zuwendest.
Die Gärten besitzen eine eigene Chronologie. Eiben aus dem frühen 18. Jahrhundert prägen die formalen Gartenräume, doch spätere Generationen gestalteten die Bepflanzung erheblich um. Sir James und Lady Sybil Burnett entwickelten den Garten im 20. Jahrhundert weiter und ersetzten Nutzgartenflächen allmählich durch Zierpflanzungen. Das Ergebnis ist eine wandelbare Komposition umschlossener Räume, kein seit dem Turmbau unverändert erhaltener Garten. Der Gegensatz zwischen steinernen Zimmern und lebenden Pflanzen gibt dem Besuch seinen Rhythmus.
Sir James Burnett schenkte das Anwesen 1951 dem National Trust for Scotland. Ein schwerer Brand 1966 markierte einen weiteren Wendepunkt; auch die anschließende Konservierung prägt das heute Erhaltene. Familienüberlieferungen, darunter Geistergeschichten um die Green Lady, können einen Besuch bereichern, wenn man sie als Folklore versteht. Den stärksten Eindruck hinterlassen jedoch greifbare Einzelheiten: Wappen, die aufeinanderfolgende Bauherren benennen, bemalte Balken über intimen Räumen und Gärten, die persönliche Begeisterung formte. Crathes belohnt den Blick auf diese Schichten mehr als die Suche nach einer einzigen berühmten Schlacht oder königlichen Begegnung.
03 / MOMENTE IN STEIN
Geschichten, die in Erinnerung bleiben.
1553
Decken, die Geschichten erzählen
Unter Alexander Burnett und Janet Hamilton erreicht der Bau die Höhe des großen Saals. Die bemalten Räume bewahren eine seltene historische Innenwelt im steinernen Turm.
1596–1603
Das Zuhause der Burnetts
Später datierte Bauteile dokumentieren die Fertigstellung und weitere Arbeiten. Generationen derselben Familie machten das Schloss zu einem vielschichtigen Wohnsitz.
1951
Ein Schloss in Gärten
Crathes wird dem National Trust for Scotland geschenkt. Die Gartenanlagen sind ein wesentlicher Teil des Besuchs, kein bloßer Zusatz zum Haus.
04 / DIE BURG FINDEN
Crathes, Banchory, AB31 5QJ
57.061513,-2.439783
Standort: Crathes, Banchory, AB31 5QJ. Prüfe vor der Fahrt die aktuellen Zugangsbedingungen.
Für Gärten und Schloss können unterschiedliche Zugangsregelungen gelten. Nutze deshalb die offizielle Seite zur Besuchsplanung.
ANREISE
Anreise
Nutze die oben angegebene Adresse und den Kartenlink für Crathes Castle. Plane Zeit für die letzte ländliche Wegstrecke ein und prüfe vor der Abfahrt die Parkhinweise.
FOTOGRAFIE
Fotografie
Plane Zeit für Schloss und Gärten ein: Besonders eindrucksvolle Bilder nutzen oft den Kontrast zwischen dunklem Stein, Dachlandschaft und sorgfältig gepflegter Bepflanzung.
Geschichte und Besuchshinweise: CastleScotland-Feldarbeit und offizielle Quellen der jeweiligen Betreiber.